Am Wochenende wurde mit der Aurea Auktion die Saison abgeschlossen. Fazit: Wie schon zuvor bei Sincona, Kohout, Klim und FOS setzte sich der Preisauftrieb bei den österreichischen Banknoten fort.

Dabei ist vor allem interessant zu beobachten, dass nun auch bei den teuren Gulden-Noten für gute Qualität wesentlich tiefer in die Tasche gegriffen wird. Das war in der Vergangenheit bei den Gulden nicht immer so. Da zählte für viele Sammler nur die Banknote zu haben oder nicht zu haben. Nun scheint eine neue Generation von Sammlern am Markt aufzutreten, die auch seltene Scheine in absoluten Top-Qualitäten besitzen möchte und dafür bereit ist Liebhaberpreise zu bezahlen. Und das gilt sowohl für die ganz teuren Stücke als auch für Gulden Noten, die in Umlauferhaltung relativ häufig sind, jedoch in bester Qualität fast nie auftreten.

Das konnte man dieses mal zB. beim 100 Gulden Schein von 1800 beobachten. Dieser 100 Gulden ist prinzipiell nicht selten und wird oft bei Auktionen angeboten. Aber fast immer nur in schlechten Erhaltungen, man sieht in kaum mal in einer durchschnittlichen Erhaltung. Dieser Schein in hervorstechender Erhaltung 2-3 war einem Sammler stolze 5.200 Euro wert.

Bei den „günstigeren“ Scheinen kann man dieses Phänomen ebenfalls beobachten. So brachte ein 2 Gulden 1848 in selten guter Erhaltung 1-2 ein Meistbot von 1.760 Euro. Das ist lt. geldschein.at Preisarchiv der höchste Preis, der bisher für diese Banknote gezahlt wurde.

Aber auch bei den Guldenbanknoten, die in Top-Erhaltung regelmäßig angeboten werden geht der Preis für Qualität nach oben. So brachten 5 Gulden 1800 in UNC mit 440 Euro erstmals über 400 Euro. Der 5 Gulden von 1806 in 1- wurde für 440 Euro verkauft. Und der 1 Gulden Schein von 1811 in Erhaltung 1 erzielte mit 560 Euro ebenfalls einen bisherigen Höchstwert.

Hohe Zuschläge gabe es für den 1.000 Gulden Schein von 1800 (Erh. 3-4) mit 26.000 Euro (neuer Höchstwert für diese Note) und für den 50 Gulden 1884 (Erh. 3/3-) mit 10.400 Euro (ebenfalls neuer Höchstwert).
Sehr gut ging auch der 10 Gulden 1847  in 4+. Mit 3.600 Euro erzielte er ebenso einen neuen Höchstpreis wie der 10 Gulden 1811 (Erh. 3-) mit 4.800 Euro (Bestwert für diese Erhaltung).
Sehr gut gingen auch die zwei angebotenen Reichsschatzscheine: 10 Gulden 1851 (Erh. 4+): 5.600 Euro, 50 Gulden 1851 (Erh. 4): 6.400 Euro.
Dass die Bäume aber auch nicht in den Himmel wachsen, zeigt der 100 Gulden 1863 (Erh. 3-4). Er brachte 7.200 Euro. Im November war ein gleichwertiges Stück noch für 13.600 Euro verkauft worden.

Unverkauft blieb sehr wenig. Der 2 Gulden von 1813 in Erhaltung 4 fand für 280 Euro Rufpreis keinen Abnehmer. Schnäppchen waren ebenso Mangelware, mir sind nur zwei Verkäufe aufgefallen: 5 Gulden 1841 (Erh. 3-) um 760 Euro und 10 Gulden 1858 (Erh. 4) um 800 Euro.

Langsam bei den Sammlern herumgesprochen hat sich scheinbar die Seltenheit des 10.000 Kronen Scheines mit mittigem Deutschösterreich-Aufdruck sowie seines Pedants mit zusätzlichem „Echt Oesterreichisch-Ungarische Bank Hauptanstalt Wien“ Stempel. Ersterer brachte in Erhaltung 3/3- 1.120 Euro, zweiter in Erhaltung 3 1.440 Euro. Diese Noten wurden jahrelang unterschätzt, tauchen aber – egal in welcher Erhaltung – kaum einmal im Handel auf und fehlen in den meisten Sammlungen. Dementsprechend brachte es auch der Musterschein des zeitgenannten Scheines in Erh. 2+ noch auf stolze 1.040 Euro.