Ein paar Gedanken zu den aktuellen Notgeldpreisen

//Ein paar Gedanken zu den aktuellen Notgeldpreisen

Ein paar Gedanken zu den aktuellen Notgeldpreisen

Die Bezugsmöglichkeiten von Notgeld sind ähnlich oder genauso wie bei den Banknoten. Zum Unterschied von den Banknoten gibt es aber beim Notgeld keine Erhaltungsgrade, zumeist werden aber Notgeldscheine in guter bis bester Qualität angeboten. Viele Notgeldscheine sind erst gar nicht in den Umlauf gegangen, sondern sind gleich an Sammler und/oder Interessierte verkauft worden. Es gibt jedoch auch einige Notgeldscheine für die dies nicht zutrifft und die starke Gebrauchsspuren aufweisen.

Im Karl Jaksch – Albert Pick Katalog aus dem Jahre 1976 sind Preise in DM angeführt. Diese können naturgemäss nicht mehr zeitgemäss sein. 30 Jahre alt! Im Kreunz Katalog aus dem Jahre 1998 sind überhaupt keine Preise angeführt, sondern ein Punkte-System. Im Scholz Katalog aus dem Jahre 2004 sind neben den zahlreichen Farbabbildungen auch schon Europreise angegeben. Im Meyerbeck Katalog aus dem Jahre 1989, wo auch mit Punktesystem „gearbeitet“ wird, kann man zumindesten lesen „Der derzeitige ungefähre Nettopreis pro Punkt und Schein liegt derzeit bei etwa 3-5 öS“.

Meiner Meinung nach sind Katalogpreise lediglich Richtpreise. Der wahre Wert/Preis ist der, welcher ein Käufer zu bezahlen bereit ist. Dazu ein „lustiges“ Beispiel, welches ich vor längerer Zeit erlebte. In einem Geldinstitut interessierte ich mich für einen Münzensatz. Die genauen Preise weiss ich nicht mehr und es sind daher die nachstehenden Angaben nur mehr Cirkaangaben. Der Satz wurde den besten Tönen gelobt und sollte 3.000 Schilling kosten. Auf meine Frage, ob auch zurückgekauft wird, „ja selbstverständlich“. Daraufhin ich: „Nehmen wir an ich kaufe jetzt diesen Satz und nach 3 Minuten fällt mir ein, ich benötige das Geld dringend für etwas anderes und ich gebe diesen daher zurück. Was bekomme ich?“ Daraufhin der Verkäufer „das kommt ganz auf den Erhaltungsgrad bzw. Zustand an“ und so ging das eine Weile weiter. In 3 Minuten wird sich der Erhaltungsgrad ja nicht wesentlich verändert haben. Das Angebot waren dann letztendlich 1.500 Schilling.

Ich „unterteile“ bei meinen Verkäufen Normalscheine in normale Notgeldscheine (nach Jaksch-Pick DM 0,20 + DM 0,30) und bessere Notgeldscheine (nach Jaksch-Pick DM 0,50 + DM 1,00 aufwärts). Normale Notgeldscheine biete ich um Euro 0,39 an und bessere Notgeldscheine bis DM 1,00 um 1 Euro. Die besseren Notgeldscheine über DM 1,00 und Sondernotgeld biete ich je nach Wert an.

Allgemein kann man sagen, dass bei den Notgeldscheinen auch der Spruch zutrifft „der Euro ist ein Teuro“. Wurden früher normale Notgeldscheine noch um öS 5,– angeboten, werden diese heute der Einfachheit gleich um 1 Euro angeboten. Fairerweise gibt es aber auch noch Anbieter die einen kompletten Satz (meistens 3 Stück) um 1 Euro anbieten. Die Auktionshäuser im Internet machen es einem als Verkäufer auch nicht leichter. Damit meine ich einerseits die Einstellgebühren und dann die Verkaufsprovisonen und den Mindestpreis von z.B. 1 Euro. OneTwoSold „überliste“ ich z.B. beim Mindestpreis damit, dass ich bei normalen Notgeldscheinen in der Beschreibung meine Garantie für Euro 0,39 abgebe.

Grundsätzlich sind für Sammler noch genügend Notgeldscheine am Markt. Zumindestens bei den Normalscheinen. Auf Flohmärkten, so wurde ich informiert, soll in der letzten Zeit eine „Verdünnung“ eingetreten sein, dafür aber eine höhere Preisgestaltung.

Und nun speziell für „Anfänger“ noch einige Tipps:

Sind Sie vorsichtig bei Leuten, die schnell „reich“ werden wollen. Ich habe schon Preise für normale Notgeldscheine bis zu ca. Euro 3,50 pro Stück „erlebt“. Manche glauben, wenn Sie irgendwo am Dachboden einen Schein vom Jahre 1920 finden, haben, Sie hätten einen teuren Schatz gefunden.

Beachten Sie bei Auktionen die Versandkosten (wenn keine angegeben sind am besten rückfragen!). Es gibt „ganz Schlaue“, die bieten billig an und holen sich dann das Geld über die Versandkosten.

Sind Sie vorsichtig bei Auktionen z.B. bei 50 oder 100 Stück usw. Angeboten, wo vielleicht nur Symbol-Fotos abgebildet sind. Da haben sich schon einige Käufer/Sammler viele „Fetzen“ eingehandelt.

Gastbeitrag von Ernst Berger

Von |2017-01-14T22:05:38+00:007. März 2007|Kategorien: Notgeld|Tags: |0 Kommentare

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