13 Fragen zur Online-Plattform sammler.com

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13 Fragen zur Online-Plattform sammler.com

Ein richtiges Webseiten-Urgestein ist die Internetseite www.sammler.com.
Bereits seit dem Jahr 1996 dient sie als Online-Anlaufstelle für Sammler unterschiedlichster Sammelgebiete. Webmaster Thomas Schmidtkonz erzählte uns wie es dazu kam, welche Erfolge er mit der Webseite erzielen konnte und was für die Zukunft geplant ist.


Seit ich denken kann gibt es die Webseite www.sammler.com. Wie kam es damals zu dieser Webseite?

Ich kam 1995 beruflich als IT-Consultant mit dem Internet erstmals in Berührung. Ich war von dem neuen Medium gleich so fasziniert, dass ich eine eigene Homepage haben wollte. Diese richtete ich mir zuerst bei Compuserve ein. Dort stellte sich die Frage, welche Themen ich zur Sprache bringen sollte. Da Computer und Sammeln meine Hobbys waren, stellte ich diese dort vor.
Bald war ich mit der langen URL meiner Compuserve Homepage und dem damit verbundenem geringen Traffic unzufrieden. Ich wollte daher einen eigenen Domainnamen mit eigenem Host/Server. Das war anders als heute damals noch kompliziert und in Deutschland zudem sehr teuer. So mietete ich im Oktober 1996 in den USA, wo die Technik fortgeschrittener und preiswerter war, einen virtuellen Host mit sammler.com als Domain an und startete mit sammler.com vor nun gut 20 Jahren im November 1996. Ich entschied mich für sammler.com, weil es damals noch keine deutschsprachige Website gab, die sich ernsthaft mit Sammlerthemen befasste.


Haben Sie selbst einen Sammler-Hintergrund?

Ja, ich sammelte schon damals Briefmarken, Münzen, Geldscheine und Ansichtskarten. Papierantiquitäten im weiteren Sinne waren also mein Hauptthema. Damit kannte ich mich damals schon gut aus. Bei anderen Sammelgebieten wie etwa Porzellan oder Orden lernte ich mit sammler.com zwangsläufig viel dazu.


Mit welchen Inhalten haben Sie auf der Webseite begonnen?

Ich stellte neben meinen Spezialgebieten also den Papierantiquitäten und Münzen weitere wichtige Sammelgebiete wie etwa Antiquitäten, Porzellan und Keramik, Kunst, Spielzeug, Comics, Überraschungseier usw. vor.


Welche sind die populärsten Inhalte Ihrer Webseite?

Können Sie uns ein kleines Ranking der beliebtesten Sammelgebiete verraten? Wie schlägt sich zum Vergleich der Bereich Papiergeld auf sammler.com?

Porzellan und Keramik, Briefmarken, Münzen, Geldscheine, Spielzeug, Uhren, Antiquitäten, Historika, Glas, Fotoapparate, alte Bücher und alte Technik sind besonders gut besucht. Beim Papiergeld interessiert vor allem das Thema Sammlerwert alter Geldscheine unsere Leser.


Haben Sie selbst einen Bezug zum Sammelgebiet Papiergeld?

Ja, ich sammle etwas deutsche und ausländische Banknoten, aber nicht so intensiv wie etwa Briefmarken.


Über sammler.com wird auch immer wieder in der klassischen Presse berichtet. Können Sie uns einen kleinen Auszug über die aus Ihrer Sicht wichtigsten Medienberichte über sammler.com geben? Haben solche Berichte einen merkbaren Effekt auf die Besucherzahlen?

Viele große Medien wie etwa Die Welt, SZ, Bild, Capital, ARD, ZDF, Radio uvm. berichteten, erwähnten oder interviewten mich bzw. bezogen sich auf sammler.com. Der Effekt auf die Besucherzahlen war dabei sehr unterschiedlich, also von gering bis sehr groß.
Presseanfragen bekomme ich zudem ständig, wobei dann nicht alles publiziert wird. Oft verweise ich auch auf andere Experten, wenn sich die Fragen auf ein Sammelgebiet beziehen, das nicht eines meiner Hauptthemen ist.


Viele Jahre gab es mit ebay einen unangefochtenen Platzhirsch, wenn es um den Verkauf von Sammelobjekten ging. Nun merke ich seit einigen Jahren im Kreis bekannter Sammler, dass diese ebay den Rücken kehrten bzw. nur mehr mangels Alternativen dort tätig sind. Können Sie diesen Trend bestätigen?

Ja, diesen sich bereits seit Jahren vollziehenden Trend kann ich bestätigen. Das begann glaube ich schon vor etwa 10 Jahren. Websites wie etwa Catawiki, ma-shops.de/muenzauktion.com, barnebys.com, Delcampe, Auctionata, lot-tissimo usw. nutzen/nutzten mit eigenen Angeboten diese Lücke, die sich dadurch aufgetan hat. Dabei gab es aber auch Internet Startups wie etwa tamundo, die zwar diese Lücke sehr bald erkannten, aber dann nicht das nötige Durchhaltevermögen hatten, sich als neuer Marktführer durchzusetzen.
Andere Mitbewerber wie etwa das auch schon 1999 gegründete hood.de konnten sich dagegen gegen ebay nie so richtig durchsetzen.
Für mich selbst ist diese Strategie von ebay wenig verständlich. Welche Firma sonst, gibt eine Marktführerschaft in einem so interessanten Segment, so leichtfertig auf und schielt stattdessen mehr auf das Marktsegme

nt des dortigen Platzhirschen amazon.


In welche Richtung wird sich der Online-Handel mit Sammelobjekten Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln?

Das ist ein riesiger Markt und Online-Handel ist schon nicht mehr so sehr die Zukunft, sondern mittlerweile einfach Fakt. Als um 1996/1997 Marktforschungsinstitute für den Online-Handel im Allgemeinen einen Milliardenmarkt prognostizierten, rieben sich noch viele erstaunt und zudem skeptisch die Augen. Heute ist das mittlerweile Alltag.
Er wird also im Sammlerbereich nicht nur weiterhin gewichtig sein, sondern wohl auch noch weiterhin ordentlich zulegen.

Sie waren beruflich lange als Angestellter im IT-Bereich tätig und machten sich 2002 selbständig um sich ganz ihren Webseiten-Projekten (sammler.com und weitere Webseiten zum Thema Freizeit) widmen zu können. Wie sehen Sie diesen Schritt rückblickend? Konnten Sie Ihre gesteckten Ziele erreichen?

Das war auf alle Fälle der richtige Weg, meine Hobbys zum Beruf zu machen, zumal mein persönlicher Schwerpunkt nicht auf der finanziellen Seite lag und liegt. Sonst hätte auch ich in den späten 90ern im Hype der New Economy mit entsprechendem Venture Capital mitgemischt also sicher eines der zahlreichen Startups gegründet. Aber, ob es dann sammler.com noch gäbe?
Mir sind Spaß und Freude am wichtigsten und vo

n dem konnte ich all die Jahre sehr viel einsammeln und zudem viele interessante Menschen kennenlernen, die ich als Angestellter sicher nie kennengelernt hätte.


Sammler.com wirkt sehr auf den Inhalt orientiert, mit einfachem Layout und stark textlastig. Wie verwalten Sie diese Unmenge an Inhalten? Steckt dahinter ein großes Contentsystem oder verwalten Sie die Inhalte auf die traditionelle Art Seite für Seite? Wie gelingt es Ihnen dabei die Übersicht zu behalten und die Inhalte zu warten? Sind hier technische Änderungen für die Zukunft geplant?

Das einfache Layout hängt natürlich auch mit de

r langen Geschichte von sammler.com zusammen. Auch gab es damals noch keine passenden, einfach bedienbaren und zudem „bezahlbaren“ CMS wie heute z.B. Joomla oder Word Press.
Auf der anderen Seite war ich schon immer ein Freund einfacher Lösungen und das schon zu meiner IT-Zeit, wo ich anders als die Mehrheit der anderen in komplexen Software-Projekten mit möglichst einfachen Lösungen stets die vorgegebenen Termine einhalten konnte.
Auch die Startseite von google.com hat nicht nur ein sehr einfaches Layout, nein sogar ein minimalistisches Design. Aber die Technik, die hinter google steckt. ist natürlich gigantisch.

Eine immer größere Rolle spielen die sozialen Netzwerke wie etwa facebook und google+. Die hohe Kunst ist es das alte, mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen WWW mit diesem „Web im Web“ zu verknüpfen und zu ergänzen. Darin sehe ich in den nächsten Jahren meine große Aufgabe.


Am Interesse an Ihrer Webseite lässt sich sehr gut eine steigende bzw. sinkende Popularität des Sammelns an sich nachvollziehen. Wie entwickelten sich die Besucherzahlen von sammler.com im Laufe der Jahre und wie viele Besucher hat sammler.com heute?

Die Besucherzahlen liegen schon seit ein paar Jahren meist zwischen 5.000 und 10.000 Besucher pro Tag. Ausrutscher nach oben gibt es natürlich auch schon mal. Einmal waren es auch fast 100.000 Besucher am Tag, nach einer Pro7 Galileo Sendung zum Thema Schätze im Geldbeutel. Solche Ausschläge pendeln sich aber in der Regel auch schnell wieder bei der Norm ein.

Sammeln ist und bleibt populär, verschiebt sich aber immer stärker auf das Internet. Leider kommt dann oft das richtige Sammlerleben in der realen Welt zu kurz, wovon etliche Sammlerbörsen und -messen sicher ein Lied singen können.


Gab es im Laufe der Zeit große Verschiebungen was das Interesse an den einzelnen Themen der Webseite betrifft?

Das ist erstaunlich konstant. Natürlich gibt es Verschiebungen. Bei sammler.com spielen heute Porzellan und Keramik eine sehr wichtige Rolle, was in den Anfangsjahren eher nicht so der Fall war. Aber heute gibt es dazu auch bei sammler.com mehr Inhalte als damals.
Natürlich existieren auch Sammelgebiete, wo das Interesse nachgelassen hat, wie etwa Telefonkarten oder ganz besonders Beanie Babies, wo es ja mal zur Jahrtausendwende einen regelrechten Hype gab.


Was sind Ihre weiteren Ziele mit sammler.com?

Weiterhin für Sammler interessante Inhalte zu präsentieren. Zudem möchten wir sammler.com und seine Nachbarwebsite sammlernet.de noch stärker mit den sozialen Netzwerken verknüpfen und verbinden. Content wird zudem sicher weiterhin King sein. Außerdem behalten wir weitere Entwicklungen im Internet im Auge, wobei wir nicht bei jedem kurzlebigen Modetrend mitmachen müssen.

Weiterführender Link: http://www.sammler.com

Von | 2017-04-26T17:21:58+00:00 26. April 2017|Kategorien: Interview, Sonstiges|0 Kommentare

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