Abbildung: Formular 50 Gulden
1784 (Bild: AEIOU)

Abbildung: Formular 100 Gulden 1784 (Bild: AEIOU)
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Im Unterschied zu heute wurde in früheren
Zeiten nicht mit Papiergeld und Münzen, sondern
ausschließlich mit klingender Münze
bezahlt. Während die ersten österreichischen
Münzen bereits aus der Zeit 150 v. Chr. stammen,
wurden die ersten österreichischen Banknoten
erst 1762 unter Maria Theresia ausgegeben. Der
Grund dafür waren die hohen Kosten des 7jährigen
Krieges gegen Preußen und Schlesien, welche
die Aufbringung neuer Geldmittel notwendig machten.
Um den Münzzinsfuß nicht zu verschlechtern
wurden Banknoten ausgegeben. Die Bürger sollten
durch den Erwerb der Banknoten – die im
Prinzip nichts anderes als staatliche Schuldscheine
darstellten - dem Staat zusätzliche Mittel
für die Kriegsführung zur Verfügung
stellen.
Mit den Banknoten ließen sich Abgaben bis
zur Hälfte der Abgabenschuld bezahlen oder
man konnte sie auch in 5 % verzinste „Bancoobligationen“
umtauschen. Der „Anleihecharakter“
des Papiergeldes zeigte sich auch dadurch, dass
in die Staatskasse zurückströmende Banknoten
öffentlich verbrannt wurden.
Die
Ausgabe der Banknoten erfolgte durch den Wiener-Stadt-Banco
– einer Bank, die immer wieder zur Tilgung
der Staatsschuld benutzt wurde. Banknoten in einer
Nominale von insgesamt 12 Millionen Gulden wurden
als 5, 10, 25, 50 und 100 Guldenscheine ausgegeben.
Als Sicherstellung für die Banknoten verpfändete
der Staat einen Teil seiner Abgaben. Für
die sogenannten Banco-Zetteln bestand kein Annahmezwang,
da jedoch die Einlösbarkeit außer Frage
stand, konnten diese in der Praxis für sämtliche
Zahlungen verwendet werden. Zeitweise erzielten
sie sogar ein Agio von 1 bis 2 ½ % gegenüber
der Silbermünze. Das heißt: Vergleicht
man Banknoten und Silbermünzen im gleichen
Nominalwert, so waren die Banknoten in der Praxis
um 1 bis 2 ½ % mehr Wert als die Münzen.
Als
Erfinder der Wiener-Stadt-Banco Zetteln gilt Graf
Ludwig von Sinzendorf. Als Experte auf dem Gebiet
der Finanzpolitik entwickelte er schon 1759 zeitgemäße
Ideen zur staatlichen Kreditbeschaffung. Diese
wurden schließlich 1762 mit der Ausgabe
von Papiergeld umgesetzt.
Schon
damals wurde großer Wert auf die Fälschungssicherheit
der Banknoten gelegt. Die in zweifarbigem Buchdruck
hergestellten Banknoten wurden mit handschriftlicher
Nummer und Unterschrift versehen und erhielten
als weitere Sicherheitsmerkmale Trockenstempeln
und zwei in Blindprägung hergestellte Wappen.
Im
gleichen Jahrhundert folgten noch 3 weitere Banknotenemissionen:
1771, 1784 und 1796 jeweils zu 5, 10, 25, 50,
100, 500 und 1000 Gulden. |