Honorations-Banknotenalben der Oesterreichischen Nationalbank

//Honorations-Banknotenalben der Oesterreichischen Nationalbank

Honorations-Banknotenalben der Oesterreichischen Nationalbank

In seltenen Fällen tauchen Alben wie das im Anschluss beschriebene im Banknotenhandel auf. Es dürfte sich dabei um Alben handeln, die früher einmal zu besonderen Anlässen als Honoration an verdiente Mitarbeiter der OeNB ausgegeben wurden. Das lässt sich aus der Provenienz der Alben schließen, die sich in manchen der bekannten Fälle noch nachvollziehen ließ und immer zu allerhöchsten Würdenträgern der OeNB führte. Auch die Anzahl der bisher beobachteten Alben, die von lange am Markt tätigen Händlern in den letzten 10 Jahren mit vielleicht eine Handvoll angegeben wird, lässt auf einen sehr exklusiven Kreis schließen, der mit den Alben belohnt wurde.

Die Alben werden in der bisherigen Fachliteratur nicht erwähnt und deren Existenz ist auch in der OeNB heute nicht mehr bekannt (siehe Blogbeitrag zum Geldmuseum). Wir hatten nun kurzzeitig Zugriff auf ein solches Album und haben die Gelegenheit genutzt es näher zu beschreiben und als Fotostrecke zu dokumentieren.

Beschreibung des Albums

Das Album besteht aus 60 Seiten und enthält 25 unterschiedliche Banknoten aus dem Zeitraum von 1924 bis 1947.  Wie die Inschrift verrät ist es anlässlich des 25jährigen Bestehens (1923-1948) der Oesterreichischen Nationalbank  produziert worden. Ob alle Honorationsalben diesem gleichen und inwieweit die enthaltenen Noten identisch sind, lässt sich derzeit mangels Vergleichsmaterial nicht beantworten.

Die Geldscheine sind mittels Fotoecken in das Album gesteckt, können also ohne Beschädigung entnommen werden. Der Erhaltungszustand ist in den allermeisten Fallen kassenfrisch, nur wenige weisen minimale Gebrauchsspuren auf. Man dürfte demnach für die Erstellung der Alben über einen Pool an nicht in Umlauf gewesenen Banknoten verfügt haben.

Die älteren Banknoten liegen – mit Ausnahme des 1000 Schilling Scheines von 1930 – als Originalnoten im Album, die Ausgaben ab 1945 allesamt als Musternoten (mit Muster-Aufdruck oder Perforation entwerte Originalnoten). Vermutlich wollte man dem Album keine Noten mit noch vorhandenem Geldwert beilegen und verwendete deswegen statt der damals noch aktuellen Noten nur Musternoten.

In der folgenden Fotostrecke sind alle Seiten des Albums abgebildet (auf das Bild klicken um die Großansicht zu öffnen):

Im Album enthaltene Banknoten

Die folgenden 25 Banknoten sind im Album enthalten (in der Reihenfolge des Albums):

  • 10.000 Kronen 1924
  • 10.000 Kronen/1 Schilling 1924
  • 5 Schilling 1925 (wurde entnommen)
  • 10 Schilling 1925
  • 20 Schilling 1925
  • 50 Schilling 1929
  • 100 Schilling 1925
  • 1000 Schilling 1925
  • 5 Schilling 1927
  • 10 Schilling 1927
  • 20 Schilling 1928
  • 50 Schilling 1935
  • 100 Schilling 1927
  • 1000 Schilling 1930 Musterbanknote
  • 10 Schilling 1933
  • 100 Schilling 1936
  • 10 Schilling 1945 Musterbanknote
  • 20 Schilling 1945 Musterbanknote
  • 100 Schilling 1945 Musterbanknote
  • 1000 Schilling 1945 Musterbanknote
  • 5 Schilling 1945 Musterbanknote
  • 10 Schilling 1945 2. Ausgabe Musterbanknote
  • 50 Schilling 1945 Musterbanknote
  • 100 Schilling 1945 2. Ausgabe Musterbanknote
  • 1000 Schilling 1947 Musterbanknote

Rückmeldungen zu weiteren bekannten Honorationsalben sind willkommen!

Von | 2017-06-30T22:28:56+00:00 30. Juni 2017|Kategorien: Sonstiges|Tags: , , |2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Johann Kodnar 3. Juli 2017 um 15:42 Uhr - Antworten

    Als Reaktion auf den Artikel hat uns eine langjähriger Sammlerkollege seine Erfahrungen zu dem Thema mitgeteilt. Er kann sich in fast 30 Jahren seiner Sammeltätigkeit an geschätzte 8 Alben erinnern, die er in dieser Zeit gesehen hat. Seine Schilderungen belegen, dass es die Alben in zumindest 4 weiteren Arten gibt. Neben dem oben beschriebenen auch noch im Hoch- statt Querformat mit früheren Banknoten von 1900 bis 1924. Und ebenfalls in Hochformat eine weitere Variante mit Schillingnoten ab 1924. Die Scheine waren bei beiden Alben in Fotoecken montiert. Das frühere Album enthielt großteils Musterscheine und erstaunlicherweise einzelne sehr häufige Originalscheine wie 1 Kronen 1916 und 2 Kronen 1917 in stark gebrauchter Erhaltung. Das spätere Album mit den Schilling-Noten bestand ausnahmslos aus Musternoten.

    Zudem nennt er ein weiteres Album mit nicht mehr bekanntem Format in dem sich ausnahmslos Schilling-Musterscheine der 2. Republik befanden und ebenfalls ohne Formatangabe eine Mappe, in die Plastikfolien eingeklebt waren, in welche die Noten gesteckt wurden.

    Aus eigener Erinnerung und Beobachtung von Auktionen kann ich zudem Mappen bestätigen, die aus einer losen Ansammlung von Kartonblättern mit fix eingeklebten Musterbanknoten bestehenden. Es dürfte sich dabei vermutlich um die von der OeNB im Blog-Interview angeführten Mustermappen für Schulungs- und Anschauungszwecke handeln.

  2. Johann Kodnar 13. November 2017 um 09:54 Uhr - Antworten

    Zur losen Ansammlung von Kartonblättern noch folgende Ergänzung. In der aktuellen Dorotheum Auktion wird ein Lot aus 11 solchen Kartonblättern angeboten. Diese sind dunkelbraun und haben unten aufgedruckt passen zur Banknote eine Beschreibung wie zB. „500 Schilling II. From, 1. Juli 1965“. Die 11 Blätter sind eingelegt in eine Mappe mit Stoffbezug. Diese trägt die Bezeichnung „Die Banknoten der Oesterreichischen Nationalbank“ und am unteren Rand „Druckerei für Wertpapiere Oesterreichische Nationalbank“. In fünf der Kartonblätter sind Banknoten der zweiten Republik einmontiert (20 Schilling 1967, 50 Schilling 1970, 100 Schilling 1969, 500 Schilling 1965, 1000 Schilling 1966), alle in bankfrischer Erhaltung. 4 Blätter enthalten Briefmarken. Die restlichen zwei Blätter sind Deckblätter, die den anderen Blättern vorangestellt sind.

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