Ende der Umtauschfrist für 500 Schilling 1985 und 1000 Schilling 1983

//Ende der Umtauschfrist für 500 Schilling 1985 und 1000 Schilling 1983

Ende der Umtauschfrist für 500 Schilling 1985 und 1000 Schilling 1983

Am 20. April läuft die Umtauschfrist für den Otto Wagner Fünfhunderter und den Schrödinger Tausender aus. Das sind die letzten beiden österreichischen Schilling Banknoten, für die es eine befristete Umtauschfrist gibt. Die Banknoten der letzten Schilling Serie vor dem Euro bleiben zeitlich unbegrenzt umtauschbar.

Ein Umtausch ist an den Schaltern der Nationalbank oder durch Senden der Banknoten per Wertbrief möglich. Außerdem tourt ein „Euro-Bus“ der Nationalbank durch Österreich und macht an verschiedenen Stationen in den Landeshauptstädten Halt. Nach Ende der Umtauschfrist bleibt als Alternative nur mehr der Verkauf am Sammlermarkt.

Laut Oesterreichischer Nationalbank waren mit Stichtag 31.12.2017 insgesamt noch Schilling Geldscheine und Münzen im Wert von 8,5 Milliarden Schilling (ca. 618 Mio. Euro) im Umlauf. Der Anteil der zwei nun ablaufenden Noten beträgt 1,5 Millarden Schilling. Vom 500 Schilling Schein waren per 31. Dezember noch 659.437 Stück, vom 1000 Schilling Schein noch 1.163.141 Stück im Umlauf. Der Anteil der von Sammlern bei Seite gelegten Stücke dürfte dabei nur einen Bruchteil beitragen, ich würde diesen jedenfalls auf deutlich weniger als jeweils 10.000 Stück schätzen. Bei diesen noch recht jungen Banknoten wird auch fast ausnahmslos in bankfrischer Erhaltung gesammelt, einfach weil man diese Noten lange Zeit sehr einfach in Besterhaltung bekam.
Der 500 Schilling von Otto Wagner ist – in bankfrischer Erhaltung – zuletzt im Handel aber bereits etwas seltener geworden und in unserem aktuellen Banknoten-Bewertungskatalog im Preis deutlich angehoben worden. Nach der verstrichenen Umtauschfrist dürften eine Zeit lang wieder mehr Exemplare dieser zwei Noten den Weg zu den Händlern finden und die Preise im Gegenzug etwas nachgeben, wie die Erfahrungen mit den verstrichenen Umtauschfristen der letzten Jahre zeigten.

Wann zahlt es sich nun aus Banknoten an den Sammler zu verkaufen und wann sollte man besser umtauschen?

Lt. aktueller Bewertung ist der 500 Schilling Schein in bankfrischer, also makelloser, Erhaltung mit 100 Euro bewertet. Der 1000 Schilling Schein in bankfrischer Erhaltung mit 145 Euro bzw. sogar 160 Euro wenn es die etwas seltenere der beiden KN-Varianten ist. In Erhaltung 2, also eine Banknote, die nur einen kleinen Fehler wie eine einmalige Faltung aufweist, notieren beide Scheine ebenfalls noch leicht über dem Umtauschwert. Somit zahlt sich ein Verkauf an Sammler auf jeden Fall für bankfrische, makellose Noten aus. Für Banknoten in Erhaltung 2 dürfte es aufgrund der zu erwartenden Preissenkung, im Zuge des größeren Angebots rund um die Umtauschfrist, schon recht knapp werden. Rechnet man den Aufwand für den Verkauf mit ein, ist hier wohl ein Umtausch die bessere Variante.

Eine dritte – meiner Meinung nach noch viel besser Variante – ist es, die Noten zu behalten und damit den Grundstock für eine eigene Banknoten-Sammlung zu legen. Die Schilling Banknoten sind dekorativ gestaltet und wichtige geschichtliche Zeitzeugen mit denen man zahlreiche Erinnerungen verbindet. Einige mir bekannte Sammler haben auf diese Art und Weise ihre Sammlung begonnen. Bei Interesse finden Sie hier weitere Informationen, Tipps und Tricks zum Sammeln.

Letzte Serie

Am Sammlermarkt (deutlich) höhere Preise als ihren Umtauschwert erzielen in bankfrischer Erhaltung auch die Banknoten der letzten Schilling Serie. Auch hier gab die OeNB Zahlen bekannt, wie viele Stück aktuell noch im Umlauf sind:

  • 20 Schilling 1986: 25,3 Millionen Stück
  • 50 Schilling 1986: 6,9 Millionen Stück
  • 100 Schilling 1984: 10,8 Millionen Stück
  • 500 Schilling 1997: 350 Tausend Stück
  • 1000 Schilling 1997: 460 Tausend Stück
  • 5000 Schilling 1997: 100 Tausend Stück

Sehr interessant ist hier vor allem die vergleichsweise geringe Stückzahl sowohl beim 500 Schilling 1997 als auch beim 1000 Schilling Schein 1997, im Vergleich zu den weiter oben angeführten Vorgängern aus den 80er Jahren. Der Grund dafür dürfte sein, dass diese Noten schon nach relativ kurzer Zeit durch den Euro abgelöst wurden und daher weniger davon überhaupt in den Umlauf kamen. Das ist auch am Sammlermarkt zu spüren, wo es zuletzt vor allem beim 500 Schilling 1997 in bankfrischer Erhaltung bereits immer wieder einmal zu einer Angebotsverknappung kam, der Schein also nur mit etwas größerem Suchaufwand besorgt werden konnte.

Von den unbefristet umtauschbaren Schilling Münzen waren per 31. Dezember 2017 zum Vergleich noch 3,6 Milliarden Stück im Umlauf.

Von |2018-04-12T12:01:38+00:0012. April 2018|Kategorien: Aktuelles|Tags: , , |1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Johann Kodnar 25. April 2018 um 20:47 Uhr - Antworten

    Insgesamt wurden nach Ablauf der Frist Schilling-Noten im Wert von 1,47 Milliarden Schilling (107 Millionen Euro) nicht umgetauscht. Dieser Betrag fließt somit ins Staatsbudget. Die 1,47 Milliarden setzen sich aus 1.145.614 Stück der 1000 Schilling Note von 1983 und 655.585 Stück der 500 Schilling Banknote von 1985 zusammen.
    Interessant: Damit wurden trotz des großen Aufwandes mit dem die Umtauschmöglichkeit beworben wurde (Inserate in vielen Medien) und der umfangreichen Berichterstattung in der Presse seit Anfang des Jahres nur mehr ca. 18.000 Stück Tausender und gar nur mehr 4000 Stück Fünfhunderter umgetauscht.

    Bei den Euro-Bussen, die zwei Wochen lang durch Österreich tourten wurden von 2.900 Personen übrigens 8,3 Millionen Schilling in Euro umgetauscht. Davon entfiel allerdings nur ca. ein Drittel auf die nun ausgelaufenen Banknoten.

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